Wie berechnet man den eigenen Arbeitspreis richtig: Ein Leitfaden für Handwerker
Zu billig und ausgebrannt oder Preise aus der Luft gegriffen? Wir zeigen, wie Sie Ihren fairen Stundensatz kalkulieren und dabei Auftraggeber nicht verlieren.
Preisgestaltung ist eines der schwierigsten Themen für Handwerker. Manche unterbieten sich aus Angst, Aufträge zu verlieren; andere schätzen einfach drauf los und arbeiten am Ende mit Verlust. Hier erfahren Sie, wie man es richtig macht.
Warum „wie die Konkurrenz" keine Strategie ist
Den Markt beobachten ist wichtig, aber Preise blind zu kopieren ist gefährlich. Sie kennen nicht die Kostenstruktur, die Gemeinkosten oder die Arbeitsgeschwindigkeit der anderen. Was als Standardpreis gilt, kann für Sie unrentabel sein. Beginnen Sie mit Ihrer eigenen Kalkulation.
Schritt 1. Berechnen Sie Ihre täglichen Kosten
Notieren Sie alle monatlichen berufsbedingten Ausgaben: Werkzeugabschreibung, Verbrauchsmaterialien, Transport, Werbung, Steuern, Schutzausrüstung. Dividieren Sie durch die Arbeitstage — das ist Ihr täglicher Break-even.
Schritt 2. Legen Sie Ihr Einkommensziel fest
Wie viel möchten Sie netto verdienen? Dividieren Sie durch Arbeitstage und addieren Sie die Tageskosten — das ist Ihr Tagessatz. Alles darunter bedeutet Verlust.
Schritt 3. Kalkulieren Sie Projekte genau
Ein gutes Angebot enthält: genauen Umfang, Schwierigkeitsgrad, Zeit plus 20 % Puffer und Materialkosten mit 10–15 % Aufschlag für Logistik und Ausschuss.
Schritt 4. Haben Sie keine Angst, Ihren Preis zu nennen
Niedrige Preise ziehen Kunden an, die nur nach dem Preis entscheiden — sie feilschen, mäkeln und zahlen spät. Kunden, die Qualität schätzen, zahlen fair. Erklären Sie Ihren Preis, entschuldigen Sie sich nicht dafür.
Schritt 5. Nutzen Sie verschiedene Zahlungsmodelle
Festpreis für klar definierte Projekte. Stundenabrechnung für Diagnose und Notfalleinsätze. Etappenzahlungen für große Projekte. Verlangen Sie immer 30–40 % Anzahlung.
Wann sollten Sie die Preise erhöhen?
Wenn über 80 % Ihrer Anfragen in Aufträge umgewandelt werden, sind Sie unterbewertet. Erhöhen Sie den Preis um 10–15 %. Gute Kunden bleiben. Weitere Anlässe: ein Jahr vergangen, neue Weiterbildung, neues Werkzeug, 20+ positive Bewertungen.
Fazit
Ein fairer Preis ist eine Kalkulation: Ihre Kosten + Gewinnziel + Komplexitätszuschlag. Handwerker, die rechnen können, arbeiten weniger, verdienen mehr und wählen bessere Auftraggeber.